Nach Marokko war ich mir ja eigentlich sicher, dass Sand und ich in diesem Leben keine Freunde mehr werden. Aber...naja...neues Motorrad, neues Glück! :-)

Mein Abenteuer beginnt mit einem Info-Abend im Herbst 2023. Tom stellt in Gießen bei einem Meet&Greet sein neues Projekt vor: Dudes of Dust. Nach diesem Abend kann ich einfach nicht anders und melde mich für die Tunesien-Odysee im September 2024 an. Was dabei herauskam? Lest selbst! :-)

Von Djerba gen Westen

Von Djerba gen Westen

Es gibt solche Tage, da rechnet man mit nichts und bekommt sooo viel!

Deshalb wird es gerade auch viel Text!

Wir starten morgens mit dem Wind vom Meer um die Nase auf Djerba. In der Erwartung eines anstrengenden Tages, vieler der scheinbar endlos geraden Straßen quer durch Tunesien und Hitze. Bis Douz sollen es laut Google ca. 300km sein und wir rechnen mit einer schweißtreibenden Fahrt ins Inland.

Nach der Inselumrundung klingeln wir kurz bei Obi Wan Kenobi. Der ist aber gerade raus zum Angeln (lotterhaftes Rentnerleben....ts), so kommen wir pünktlich zur Fähre. Hier erstehen wir für kleines Geld einen frischen, mit was auch immer gefüllten Fladen, der so riiiiichtig gut schmeckt, (die tunesische Küche gefällt mir sowieso seit Tagen schon extrem gut!) und begeben uns dann Richtung Landesinnere. Ziel im Navi ist zunächst Sidi Idriss - StarWars-Hotel. Doch vorher erreicht uns eine Überraschung: die C104! Sie schraubt sich kurvig auf und am Berg entlang.

Wir jagen durch die Kurven,die sich erfreulich endlos aneinanderreihen, genießen traumhafte Ausblicke und landen schließlich in Toujan. Ein Bergdorf mit einem alten, verlassenen und zerfallenen Ortskern, ebenso vielen Neubauten und irgendwie scheint doch auch die ein oder Ruine bewohnt.

Leider fehlt uns die Zeit, das genauer zu erkunden. Den Blick von dort oben bis zum Meer gönnen wir uns aber.

Beständig finden sich zahlreiche Schotterpisten links und rechts der Straße. Sie laden ein, diesen Hügel hinauf oder in jenes Tal hinab zu fahren, in denen sich zerklüftete Felsen mit terrassenartig angelegten Hängen abwechseln. Gleichzeitig fährt der Wunsch mit, die kilometerlange Kurvenhatz möge kein Ende nehmen!

Aber die Zeit...und so verlassen wir diese beeindruckende Gegend rund um den Djebel Dahar bis nach und kurz hinter Matmata, nachdem wir in Sidi Idriss kurz in die StarWars-Welt eingetaucht sind.

Nur wenige Kilometer hinter Matmata gönnen wir uns dennoch einen kurzen Stopp und schauen uns ein "maison troglodyte" an. Das Berberhaus ist über 400Jahre alt und man kann dort auch übernachten. Gerade wird frisches Fladenbrot aus dem irdischen, traditionellen Ofenloch geholt. Noch warm können wir es mit frischem Honig und Olivenöl genießen, um dieses leckere Essen dann mit einem genial guten Minztee zu beenden. Einfach nur sagenhaft!!!

Doch dann müssen wir weiter. 100km warten auf uns. Über die uns schon bekannten ewig geraden Asphaltbänder, mit der von uns schon erwarteten Hitze, in der von uns schon erkundeten Weite, die nach Prärie ausschaut. Nach 50km tauchen die ersten Sandverwehungen rechts und links der Straße auf, nach 80km auch auf der Straße. Die Nähe zur Sahara ist unverkennbar und wir sind froh, als wir Douz erreichen.

Fazit des Tages: Wenn du nichts erwartest, kannst du wahre Wunder erleben.

Fähre zurück aufs Festland - 1€ für drei Motorräder!In den BergenStarWars againBerberhotel in der Nähemit frischem Brot aus dem Erdofen - lecker!!!!!!
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