Spaziergang am Abend in Lüneburg
Die Anreise nach Lüneburg war lang und führt noch nicht einmal zu einem Urlaub, sondern zu einer Fortbildung. Als ich mich mit meinem Elliot auf dem Campingplatz fertig eingerichtet habe, strahlt die Abendsonne durch die Wolken und taucht die Welt in ein zauberhaftes Licht. Es ist wie eine Einladung des Spätsommers, durch das nahegelegene Naturschutzgebiet zu schlendern. Mein Ziel ist eine Brücke, die Google als Sehenswürdigkeit ausgibt und nur wenige hundert Meter entfernt zu erreichen ist. Ich laufe los und nach kurzer Zeit verzaubert mich die Natur im friedlichen, leuchtenden Abendlicht.
Mein Weg führt durch einen wunderschönen und naturbelassenen Laubwald. Das Grün der Bäume in der Abendsonne leuchtet mir entgegen, durchbrochen von Lichtstrahlen, die um die Wette zu funkeln scheinen und sich dem Abend widersetzen wollen. Der Weg ist gleichmäßig und federt meine Schritte ab, während ich fast das Gefühl habe, dass die Bäume ein Frühlingsgrün eingefangen haben und nicht loslassen wollen.
Nach kurzer Zeit erreiche ich die "Handwerkerbrücke" in der Lüneburger Ilmenauniederung. Der Mühlenbach fließt gemütlich und beruhigend unter ihr weg. Außer mir ist kaum ein Mensch hier unterwegs und die Ruhe ist nicht nur hörbar, sondern direkt greifbar. Irgendwie erhaben, wohltuend und berauschend zugleich. Langsam nehme ich den Abend in mir auf und Stück für Stück zeigen sich Kleinheiten. Die Natur umringt mich mit ihrer ganzen Schönheit und an mancher Ecke zeigen sich kleine, von Menschen versteckt in die Natur eingewebt.
Ein wunderschönes Fleckchen Erde, dass sich jeder, der mal nach Lüneburg kommt, gönnen sollte.