Ich erlaube mir Veränderung - ich bin frei

Wir leben gerade in einer Zeit, in der Dinge passieren, mit denen wohl die meisten von uns nicht gerechnet hätten. Eine Pandemie zieht durch die ganze Welt und will kein Ende nehmen. Ein Krieg ist entfacht worden, den wohl nur sehr wenige wirklich kommen befürchtet haben. Naturkatatrophen nehmen zu. Das Wasser, das Lebenselixier, wird gleichermaßen zur Gefahrt und zum kostbaren Gut. Es macht mich nachdenklich, über was dann so manch einer jammert, der wie ich in einem freien Deutschland lebt. Der wie ich reisen kann. Der wie ich ein Dach über dem Kopf hat und dessen größte Sorge es ist, dass man sich vielleicht nicht mehr jeden Tag ein Stück teures Rind auf den Grill legen kann, sondern vielleicht mal etwas sparsamer leben muss. Wir befinden uns doch in Deutschland trotz allem noch im Überfluss, oder nicht? Und wir sind doch gesegnet durch den zufälligen Ort unserer Geburt, oder nicht?

Mancherorts geht doch ohenhin das Leben weiter, als sei nichts geschehen.Unsere Nachbarn bleiben unsere Nachbarn, wir gehen weiter arbeiten oder gestalten unseren Alltag, müssen uns mit Dingen auseinandersetzen, die uns unlieb sind oder haben das Glück, uns mit Dingen beschäftigen zu können, die uns lieb sind.

Liegt es da nicht in unserer eigenen Entscheidung, auf hohem Niveau zu jammern und Zeit zu vergeuden oder einfach mal die innere Einstellung zu ändern und etwas Neues zu wagen?

Vor einer Woche habe ich bereits über Veränderungn nachgedacht, die wir zulassen können oder auch nicht. Viel hängt davon ab, was wir uns selbst erlauben. Und natürlich ist das nicht so einfach. Denn wir haben ja mit unseren Vorstellungen ein Leben aufgebaut, von dem wir überzeugt 

Seit etwa einem Jahr steckt in meiner Handyhülle eine Karte. Darauf steht: 

"Ich erlaube mir Veränderung und begrüße das Neue, das bereits auf mich wartet und in mein Leben drängt. Ängste und Sorgen fließen mit der Veränderung ab. Ich bin frei!"

Eine Karte, die ich am ersten Tag eines stationären Aufenthaltes zur Behandlung meiner Depression zufällig aus einem Stapel zog. Zu dieser Zeit war ich gedanklich gefangen in der Vergangenheit. Der schwarze Hund bestimmte meinen Alltag, zog mich ins Dunkel, in die Tiefe von Beklemmung, Angst und Sorgen. Zu dieser Zeit war mein Leben bestimmt von den Gedanken wie es weitergehen soll, was es alles an schrecklichen Dingen in meinem Leben gibt und von wie vielen Menschen ich in meinem Leben enttäuscht wurde, während ich naiv vertraute. Ich hatte Mauern um mich herum aufgebaut, durch die kein Sonnenstrahl mehr drang. Ich spielte nach außen die Glückliche und innerlich saß ich in einem Tal aus Jammern, Schmerz, Wut und Verzweiflung. Zu dieser Zeit las ich die Karte und dachte mir, wie schön es wäre, wenn man so denken könnte.

Doch was hindert uns, den Mut und die Freude an Veränderung als Lebenseinstellung anzunehmen?

Vor einer Woche habe ich schon einmal über Veränderungen nachgedacht. Die Veränderungen, die ich mir selbst erlauben kann und muss. Denn nur ich selbst kann mich verändern. Und ich kann niemanden sonst verändern außer mir selbst.

Doch wir haben uns ein Leben aufgebaut, das geprägt ist von Erfahrungen, von der Gesellschaft und ja, von dem Gedanken, was die anderen denken. Ich hatte dies zumindest und ich kenne viele Menschen, die mir hier zustimmen würden. Aber ist es nicht in vielen Dingen völlig unwichtig, was andere denken? Jedenfalls so lange, wie wir niemanden verletzten, niemandem etwas wegnehmen und es uns selbst damit sehr viel besser geht?

Wer uns mag, der mag uns nicht wegen unseres Lebens. Und wenn wir unser Leben mögen, was doch das wichtigste Ziel sein sollte, dann bleiben diese Menschen bei uns.

Wer aber nicht versteht, dass Veränderung gut sein können, manchmal sogar notwendig, um (wieder) glücklich zu sein, ist es dann nicht Zeit, etwas zu verändern?

Es braucht sehr viel Mut, die bekannten, scheinbar sicheren Wege zu verlassen und etwas Neues zu beginnen. Doch muss es ja nichts Großes sein. Auch kleine Dinge können große Wirkung haben. Wenn es uns nur ein klein wenig gelingt, auf die gesellschaftlichen Statussymbole zu verzichten, dann können wir uns so viel Freiheit selbst schenken.

Probier es aus!

Ich habe lange gedacht, dass ein großes, schickes Auto etwas Wunderbares ist. Seit einem Jahr fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nun ist mein Arbeitsweg mein Sportprogramm! Ich habe mir einen alten Bus gekauft, um zu reisen. Nun kann ich viel öfter unterwegs sein! Ich habe lange geglaubt, an bestimmten Menschen festhalten zu müssen. Nun habe ich zwar wenige, aber liebe und absolut verlässliche Freunde, die nicht schauen, was ich habe und tue, sondern die mich mögen und schätzen wie ich bin! Ich denke nicht mehr darüber nach, was andere von mir denken. Nun fühle ich mich mehr bei mir!

Und nein, wer Jogginghosen trägt, hat nicht unbedingt die Kontrolle über sein Leben verloren. Er oder sie hat vielleicht einfach nur endlich verstanden, dass es gesellschaftliche Zwänge gibt, die völlig unwichtig sind. Dass man sich Veränderungen erlauben darf. Dass man das sogar tun sollte.

Ich erlaube mir inzwischen Veränderungen – ich fühle mich freier. Ein Stück dieses Weges liegt sicher noch vor mir. Ein hoffentlich langes Stück. Mit hoffentlich vielen wunderbaren Erlebnissen und Erfahrungen.

Wann erlaubst du dir Veränderungen?